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Der Golfstaat schreibt mit seiner Bewerbung Geschichte
Der Nahe Osten mausert sich zu einem Dorado für Sportfans. Dubai Rugby 7s, zwei Formel1-Rennen und viele weitere hochkarätige Sportveranstaltungen rücken die Golfregion ins Rampenlicht für Sportfans. Jüngster Coup ist die Bewerbung Katars um die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2022.
Damit bewirbt sich erstmals ein Land aus dem Nahen Osten um die Ausrichtung dieses Events. Und so aussichtslos dieses Ansinnen auch auf den ersten Blick zu erscheinen mag, die Vergangenheit hat gezeigt, was die Region am Arabischen Golf zu leisten imstande ist. Vorreiter ist Abu Dhabi. Allein in den vergangenen zwölf Monaten war die Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate unter anderen Gastgeber für den F1 Etihad Abu Dhabi Grand Prix, die FIFA Club-Weltmeisterschaft, die Abu Dhabi Adventure Challenge, die Al Ain Aerobatics Show, das Red Bull Airrace, die Laureus Sports Awards und den Abu Dhabi International Triathlon.
Doch auch die Nachbarn in Katar waren nicht untätig und haben sich in der internationalen Sportwelt längst einen Namen gemacht. Mit ihrem Griff nach der Fußball-WM 2022 wollen sie noch einen Schritt weitergehen. Die Planungsgesellschaft „Qatar 2022" hat kürzlich die Details für die Bewerbung bekannt gegeben. Bekommt Katar den Zuschlag, wären die Weichen für die erste klimagekühlte Freiluftveranstaltung gestellt. Allerdings CO2-neutral. Seine Exzellenz Scheich Mohammed bin Hamad bin Khalifa Al Thani, Vorsitzender von Qatar 2022, sagte bei der Vorstellung der ersten Stadien: „Die Enthüllung unserer modernen Fußballstadien und der innovativen Klimatechnik ist der letzte Schritt, um die Fußball-WM in den Nahen Osten zu bringen. Eine WM in dieser Region wird allein in Sachen Völkerverständigung zukunftsweisend sein." Die Stadien sollen mit kohlenstofffreien Klimageräten die Solar-Technologie nutzen, gekühlt werden. Die gleiche Technik solle auch an den Trainingsstätten und den Fanzonen eingesetzt werden. „Was wir heute hier vorstellen, ist weltweit einzigartig und wir wollen diese Errungenschaft mit dem Rest der Welt teilen." Über den Zuschlag entschieden wird Anfang Dezember 2010. Mit ihrer ausgeklügelten und mehrere hundert Seiten starken Bewerbung möchten die Verantwortlichen schon im Vorfeld allen Kritikern den Wind aus den Segeln nehmen. „Es hieß immer, Katar sei zu heiß, Katar sei zu klein. Dieser Problematik haben wir uns jetzt angenommen", sagt Scheich Mohammed bin Hamad bin Khalifa Al Thani. Katars kompaktes Ausrichtungskonzept erspare Zuschauern, Spielern und der FIFA Reisezeit und Geld und reduziere die Auswirkungen auf die Umwelt. Erneuerbare Technologien und architektonisch zukunftsweisende Veranstaltungsorte auf dem höchsten Umweltstandard ermöglichen Spielern und Zuschauer die Freude an Spielen in einer kühlen Umgebung.
Zwölf futuristisch anmutende Stadien, ein ultra-modernes Transportsystem, ein neuer Flughafen und eine über 40 Kilometer lange Verbindungsstraße zwischen Bahrain und Katar sind nur einige der Annehmlichkeiten, die unter anderem für die WM geplant wurden. Die einzelnen Stadien seien jeweils innerhalb einer Stunde erreichbar. Falls Katar den Zuschlag bekommt, will die Regierung rund 40 Milliarden US-Dollar investieren. Allein 17 Milliarden Euro davon in ein Schienennetz, wofür die Deutsche Bahn (wir berichteten) den Zuschlag bekommen hat. Drei der Stadien, die mehr als 45.000 Menschen fassen, werden aber auch gebaut, sollte sich die FIFA gegen den Golfstaat entscheiden. Die Modelle der Stadien wurden vom Frankfurter Architektenbüro Albert Speer & Partner entworfen.
In der arabischen Welt wird die Bewerbung Katars unterstützt. Bei ihrem jüngsten Treffen lobte die arabische Fußballföderation dieses Ansinnen. Im Nahen Osten würden mehr 435 Millionen Menschen auf eine WM in der arabischen Welt warten. Zu den Konkurrenten Katars zählen unter anderem Russland, Japan, USA und England.
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